Sonntag, 12. Januar 2014

Bücher

So, ich habe jetzt beschlossen, diesen Blog in eine Art Buchblog umzuwandeln. Ohne Selfies, ohne Fingernägelbilder und ohne mit Filter belegtem Schnitzel mit Pommes.
Lange habe ich das Lesen stark vernachlässigt, auch aufgrund sinnloser im-Netz-Surferei und das ist jetzt auch irgendwie ein wenig paradox, dass ich dieses zeitfressende Medium nutze, um meine Zeit wieder mehr dem Lesen zu widmen, aber es gibt ja genug Paradoxes auf der Welt, deswegen kümmert mich das jetzt nicht allzu sehr.
Mehr oder weniger Rezensionen, vielleicht manchmal auch von gemischt mit sonstigen Themen, die mir am Herzen liegen.
Das erste Buch kommt sofort im Anschluss.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Mr. Experienced

Wir haben glaube ich alle diesen Freund, der sechs Monate, ein Jahr oder noch länger im Ausland war: Australien, Asien, Weltreise, was auch immer.
Und dieser Freund kommt in den meisten Fällen mit einem Sack voller Weisheiten zurück. Weisheiten wie:
Carpe diem - Nutze den Tag!!!!
When life gives you lemons, make lemonade!!!
Life is just what happens, while you're busy making other plans.
...
Ausnahmsweise mal keine Weisheiten vom kleinen Prinzen, die behalten sich lieber die Mädels in ihren Facebookprofilen als Zitate vor ("Man sieht nur mit dem Herzen gut..."blablabla).
Jedenfalls meint dieser Freund dann, uns ungefragt und konstant mit seiner neugewonnenen Lebenserfahrung bereichern zu müssen.
Jedes Argument, das man dagegenhält, wird außer Kraft gesetzt mit:
"Ja, du hast nur Angst, dein gewohntes Umfeld zu verlassen!"
"Du weißt nicht, was richtig leben bedeutet, bevor du nicht in der Welt unterwegs warst!"
"Erst, wenn man vieles gesehen hat, weiß man das Leben richtig zu schätzen, vorher kannst du das nicht beurteilen."

Ich möchte nicht sagen, dass er damit Unrecht hat. Aber es ist doch jedem selbst überlassen, was er mit seinem Leben anfängt.
Und wenn es dem einen reicht, einen Job zu finden, der ihm tatsächlich Spaß macht, einen Partner zu haben, den er tatsächlich liebt, eine Familie zu gründen und zwei bis dreimal im Jahr in den Urlaub zu fahren und so die Welt zu erkunden, dann ist das doch in Ordnung.
Diese Weltenbummler meinen immer, sie könnten dem Rest der Welt vorpredigen, wie das richtige Leben funktioniert. Im gleichen Moment ist einer ihrer Grundsätze, dass jeder seine eigenen Entscheidungen treffen soll und zwar diejenigen, die ihn glücklich machen.
Hier liegt das Problem, denn der Weltenbummler setzt voraus, dass das die Entscheidungen sind, die auch ihn glücklich machen. Natürlich sollte man sein Leben nicht nur mit Arbeit und Stress vollpacken, aber ist das nicht trotzdem jedem selbst überlassen? Nicht alle Menschen werden durch die gleichen Dinge glücklich.
Da gibt es Menschen, die nie Kinder möchten und das auch vollkommen ernst meinen. Diese werden von den Kinderbesitzern mitleidig betrachtet, weil sie nie wissen werden, was für ein Glück es ist, einen kleinen Miniklon von sich zu haben.
Umgekehrt bemitleiden die Kinderlosen die Kinderbesitzer, weil sie der Meinung sind, dass diese ihre Freiheit für immer aufgegeben haben.
Die, die wenig arbeiten, bemitleiden die, die viel Stress haben, weil sie ihr Leben nicht genießen können. Die, die viel Stress haben, bemitleiden die, die wenig arbeiten, weil sie sich einen gewissen Lebensstandard nicht leisten können.
Die, die viel in der Welt herumreisen, bemitleiden die, die nie aus ihrem Dorf herauskommen, weil sie der Meinung sind, deren Horizont bliebe beschränkt. Die, die ihr Heimatdorf nie verlassen, bemitleiden die, die viel herumreisen, weil sie glauben, diese würden nie sesshaft werden, weil sie sich an keinem Platz zuhause fühlen.
Diese Liste könnte man wahrscheinlich endlos weiterführen.
Aber warum kann nicht jeder jeden sein Glück selbst finden lassen und das dann auch so akzeptieren?

Das ist die Frage, auf die es wohl nie eine geben Antwort wird...

Mittwoch, 15. Februar 2012

Nostalgie

Ich habe heute festgestellt, dass ich in der letzten Zeit immer nostalgischer werde. Ich denke oft an alte Zeiten zurück und dann zieht etwas in mir, fast ein wenig schmerzhaft.
Ist das ein Zeichen dafür, dass ich mich in einen neuen Lebensabschnitt bewege? Dass die Zeiten vorbei sind, in denen wild gefeiert wurde, als gäbe es kein Morgen? Gestern gab es auch eher selten, aufgrund der Erinnerungslücken am nächsten Tag..
Ich kann kaum fassen, dass diese Zeiten vorbei sind und ich gerade nichts mehr will, als sie zurückholen und alles noch einmal erleben und noch einmal fühlen.
Gerade fühle ich einen Hauch von damals, ein Herz, das so sehr wehgetan hat, dass ich Angst hatte, es würde sich nie mehr erholen.
Ein Mensch, der dafür verantwortlich war und von dem ich immer einmal im Jahr, an meinem Geburtstag, etwas höre.
Es ist nicht so, dass ich dadurch Schwierigkeiten habe oder hatte, loszulassen. Ich freue mich darüber und lächle und tauche wieder eine Weile ab in die Vergangenheit, lasse Szenen vor meinem inneren Auge ablaufen, spiele Lieder von damals, versuche, Gefühle zu re-fühlen, um mich genau daran zu erinnern, wie es war.
Ich war jedes Wochenende unterwegs, habe mit Freundinnen getrunken wie die Seemänner, Küsse verteilt und manchmal auch mehr. Wir hatten so unglaublich viel Spaß und etwas in mir will noch nicht ganz akzeptieren, dass das jetzt vorbei ist. Der Spaß natürlich nicht, nur diese Art von Spaß. Das Unbeschwerte, Unbekümmerte.
Student sein, noch nicht im Ernst des Lebens stecken, sich aber so vorkommen. Das Herz gebrochen bekommen, selbst Herzen brechen. Ein Weltuntergang, ein Drama nach dem nächsten, so viele Tränen, die vergossen wurden, Telefonate geführt, Sms geschrieben, Herzklopfen gehabt, Spielchen gespielt.
Ich möchte nicht, dass das vorbei ist, gerade würde ich gerne weinen. Natürlich soll man nicht an der Vergangenheit hängen, sondern sich auf das Hier und Jetzt und die Zukunft konzentrieren, aber wenn man dann doch mal an die Vergangenheit denkt, wird einem die eigenen Sterblichkeit so bewusst und die Zeit, die einfach rasend schnell vergeht.
Eigentlich bin ich sehr, sehr glücklich mit meinem Leben gerade, auch wenn das vielleicht nicht den Eindruck erweckt. Aber es schwebt auch immer die Möglichkeit eines anderen Lebens im Raum, eines "Was wäre gewesen, wenn...". Diese Gedanken sollte man prinzipiell auch nicht zu lange weiterspinnen, aber Momente wie die Geburtstagssms lassen mich ein paar Schritte in diese Richtung gehen.
Zusammen mit der Romantisierung der ganzen Geschichte, das machen alle Frauen gerne, sich einreden, dass man immer etwas Besonderes für den anderen war, anders als die anderen und dass man insgeheim füreinander bestimmt ist.
Ohne zu realisieren, dass man, wäre dem wirklich so, wohl jetzt nicht in unterschiedlichen Städten mit unterschiedlichen Partnern sitzen würde.
Möglicherweise haben die Medien da auch eine Teilschuld. In Filmen und Serien wird suggeriert, dass wahre Liebe manchmal Hindernisse überwinden muss, dass einer von beiden die Liebe nicht gleich erkennt, zuviel Angst vor der Ernsthaftigkeit hat, und so weiter.
Aber die Realität sieht doch meistens anders aus.
Wir tanzen immer umeinander herum, es ist offensichtlich, dass beiden klar ist, was der andere eigentlich wissen will: Gibt es gerade jemanden? Hat man damals nicht doch einen Fehler gemacht? Was ist, wenn man doch perfekt füreinander gewesen wäre, aber zu betrunken, zu verfahren, zu blind war, das zu erkennen?
Statt ehrliche Fragen zu stellen, wird alles ironisiert, die kleine Hintertür offen gehalten, durch die man sich immer flüchten kann, falls das Gespräch zu ernst wird.
Und es gibt nicht einmal einen Rat, den man sich selbst oder anderen, die in dieser Situation stecken oder gesteckt waren, geben kann.
Bestimmte Situationen wiederholen sich immer im Leben. Und bei mir eben einmal im Jahr.

Montag, 13. Februar 2012

Namensfindung

Immer wieder stehe ich vor der Wahl eines Nutzernamens; sei es twitter, dieses Blog oder andere Communities, denen ich mehr oder weniger freiwillig beitrete.
Nachdem die erste Googleeingabe "Namen" (lieber einfach als kompliziert...) ich zwar zu faszinierenden Erkenntnissen in der Namensgebung für Kinder geführt hat, habe ich nach zehn Minuten meine virtuellen Söhne und Töchter wieder verlassen und es bei Google nochmals versucht, diesmal allerdings mit einer einscheidenden Veränderung: "Benutzernamen".
Dies führte mich zu einem kurzen, recht interessanten Artikel über die Möglichkeiten, Benutzernamen im Internet zurückzuverfolgen und der Tatsache, dass sehr einfallsreiche Nutzernamen von den Erfindern gerne öfter benutzt werden (ist ja auch nachvollziehbar, man möchte sein mit Blut und Schweiß erkämpftes Ergebnis ja einer möglichst großen Masse an Menschen zugänglich machen). Dadurch machen sie sich angreifbarer für Werbebezwecker und ähnliches, was in den dunklen Ecken des Internets auf einen lauert.
Ich persönlich habe mich aber darüber gefreut, dass ich einen Namen für mich gefunden habe (zurückverfolgbar oder nicht sei jetzt mal dahingestellt) und auch noch ein kleines Wortspiel damit veranstalten kann. War wahrscheinlich nicht im Sinne des Erfinders.

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